Katzenpfoten
Manchmal sind meine leisen Schritte mein Verhängnis. Ich komme gerade aus der Küche, ich wollte mir nur nen Apfel schneiden und wieder hoch in mein Zimmer verschwinden. Meine Eltern haben nicht
gemerkt, dass ich da bin. Ich habe ihnen auch nicht bewusst zugehört, bis meine Mutter sagte:
"Du musst doch auch deine Eltern verstehn, die machen sich Sorgen..." "Ja, mach ich mir ja auch, aber-" "Vor allem, der Heinz, der hat jetzt alles abgebrochen... gut, der ist jetzt auch schon 75
Jahre alt-" "Ja, eben-" "Ich hab heute morgen auch nicht viel mit deinen Eltern gesprochen, ich hab auch gesagt, dass sie uns eher ne Stütze sind, wenn sie nicht so viel darüber reden." (...)
Dann bin ich nach oben, bevor sie mich doch noch gehört hätten.
Um meine Angst jetzt zu verstehen, muss man wissen, dass mein Dad nen Tumor hatte. Er sei untersucht worden, entfernt worden, als gutartig abgestempelt worden.
...haben mir meine Eltern das nur gesagt, um mir keine Angst zu machen? Ich würde es vor allem meiner Mutter zutrauen. ...werde ich jetzt mit ihnen darüber reden? Nein... ich...
Es ist schwer, das zu verstehen. Ich kenne kaum jemanden, vielleicht außer mir, der sich so viele Sorgen macht, wie meine Mutter. Wenn sie wüsste, dass ich wüsste, dass es mit der Krankheit noch
nicht sicher vorbei ist- dann würde sie sich nur noch zusätzlich Sorgen machen. Um mich. Und sie würde mir nicht glauben, dass ich damit klar komme. Meine Mutter riecht es
förmlich, wenn es mir nicht gut geht; auch wenn ich noch so gut schauspielern kann, es können sich alle täuschen lassen - außer ihr.
Mein Dad sollte aufhören zu rauchen, meine Mutter sagt das in letzter Zeit sehr oft.
Ich werd nicht mit ihnen darüber reden. Zumindest noch nicht.
von black-halo
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